Du stehst auf kooperative Führung?

In meinen Führungstrainings begegnen mir viele Führungskräfte, die sich als kooperativ und dies als moralisch geboten betrachten. Wenn sie damit nicht wirksam werden – denn Führung misst sich am Erfolg – sind sie oft ratlos. Ganz oft scheitern kooperative Entscheidungsprozesse (denn es geht bei Führungsstilen darum, wie Entscheidungen zustande kommen) daran, dass die Beteiligten Verfahrensfragen nicht klären. Und dann nicht wissen, ob und wann eine Entscheidung steht.
In einem kooperativen Entscheidungsprozess legt die formelle Führung die Schulterklappen der Hierarchie beiseite. Doch was dann? Wird diskutiert bis ein Konsens zustande kommt? Oder gilt das demokratische Prinzip und die (einfache?) Mehrheit entscheidet? Und was tun dann die Verlierer? Hat die Führungskraft ein Vetorecht? Oder ist die Diskussion nur für die Meinungsbildung der Führungskraft gedacht, die dann alleine entscheidet (womit wir beim beratenden Stil wären).
Nehmen wir an, ein Team hätte eine Entscheidung mit knapper Mehrheit getroffen. Es sind also einige mit ihrem Ansatz unterlegen. Aus Verlierern können Feinde werden (unterlegene Kanzlerkandidaten, abgewählte US Präsidenten). Ihr braucht aber einen „losers consent“ nach einer Abstimmung.
An alle Kooperationsfans: klärt eure Entscheidungsverfahren!